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Der Weg zur Meisterin

Zahntechnikerin trägt ein graues Shirt, schaut in die Kamera und lächelt

Seit über einem Jahr leitet Farina Sievers (Jahrgang 1994) schon das Dentallabor am AllDent Standort Augsburg. Wie sie zur Zahntechnik kam? Als Trägerin einer Zahnspange in Teenager-Tagen fand sie es ziemlich spannend, was in ihrer kieferorthopädischen Praxis möglich war. Als sie auch noch ein Schülerpraktikum im Dentallabor absolvierte, war die Begeisterung komplett. Die Arbeit mit vielfältigen Materialien, die Präzision und die kreativen Möglichkeiten faszinierten sie sofort: 

Ich habe schon immer gerne gebastelt und Dinge gestaltet.


Ihre Ausbildung machte sie in einem großen gewerblichen Labor in Augsburg. In einer Außenstelle konnte sie schon zeigen, dass sie Verantwortung und die Organisation eines kleinen Teams übernehmen konnte: „Ich liebe Struktur!“ Außerdem machte sie Bekanntschaft mit Kunststoff- und Keramik-Arbeiten sowie digitalen CAD/CAM-Prozessen. Einen Tag in der Woche betreute sie in einer Zahnarztpraxis die dort angefertigten Intraoralscans. 

Auf Empfehlung eines ehemaligen Kollegen wechselte sie zu AllDent. Das war ausgerechnet 2020, im ersten Corona-Jahr. Da ging es der Branche insgesamt schlecht. Viele Kollegen mussten in Kurzarbeit. „Wir dagegen hatten gut zu tun.“  Das lag unter anderem daran, dass sich die Labore an unterschiedlichen Standorten gegenseitig unterstützen. Somit zeigte sich AllDent als verlässlicher Arbeitgeber in Krisenzeiten.

 

Der Arbeitsalltag

Am liebsten mag Farina Sievers komplexe Keramik-Arbeiten, insbesondere die Anfangsplanung zusammen mit dem Zahnarzt: „Wir besprechen beispielsweise, ob eine Bisshebung nötig ist. Dann erstelle ich ein Wax Up als Planungshilfe. Eventuell ist als Zwischenschritt noch ein Langzeitprovisorium zu fertigen und natürlich später die Keramikarbeit.“

Natürlich sind im Implantatzentrum Augsburg FDZ (Feste dritte Zähne an einem Tag) ein Schwerpunkt. Im Monat werden zwischen 10 und 15 Kiefer mit Vollversorgungen auf vier Implantaten versehen: „Das hilft das Team in Planung und Umsetzung zusammen.“ Nützlich ist: „Wir sind in allen Bereichen extrem digital.“ 

 

Die Meisterschule

Der Wunsch, den Meister zu machen, war eigentlich schon immer da. Doch der Respekt vor den Anforderungen war anfangs groß: „Das ist schließlich das Höchste, was du im Handwerk erreichen kannst.“ Klar war ihr aber auch:  

Der Meistertitel öffnet einem alle Türen und die Möglichkeiten zum Aufstieg, egal in welchem Bereich.


Farina Sievers wählte die Meisterschule in München, die Weiterbildung in Vollzeit, mit der Option, danach wieder bei AllDent einzusteigen. „Ein Jahr lang hatte ich kaum ein Leben außerhalb der Schule.“ Schließlich wollte sie die vierteilige Prüfung exzellent bestehen: Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. Allein der fachpraktische Teil erstreckte sich über sieben Tage, in denen in Klausur komplexer Zahnersatz gefertigt wurde – inklusive einer vorher erstellten Angebotsmappe plus Dokumentation. Stressig, aber: „Dieses Schuljahr war das schönste berufliche Erlebnis meines Lebens.“ Der Teamgeist, die Fokussierung auf eine gemeinsame Sache, „buchstäblich mit Blut, Schweiß und Tränen“. 

 

Plötzlich Führungskraft

Wie war es, danach wieder in den Beruf zurückzukehren? „Gar nicht so viel anders. Ich bin ja ins gleiche Team in Augsburg zurückgekommen“, sagt Farina Sievers. Als dann eine Meisterstelle vakant wurde, startete sie dort erst als Stellvertreterin, dann als Leitung durch. Die größte Herausforderung war für sie tatsächlich, plötzlich gegenüber den freundschaftlich verbundenen Kollegen die Rolle zu wechseln: „Schließlich muss man sich manchmal Respekt einholen und in der Kommunikation klare Grenzen setzen.“ Das Führungskräfteseminar in der Zeit als Stellvertreterin hat sich dabei sehr bewährt.

„Ich habe ein Mega-Team hinter mir“, schwärmt Farina Sievers. Das besteht derzeit aus acht Zahntechnikern, einem Minijobler und einer Laborkoordinatorin.

Endstation Laborleitung? „Aktuell bin ich mit meinem Job sehr zufrieden“, bekennt sie. Gerade die Kombination von Organisation, Personalverantwortung und Zahntechnik gefällt ihr sehr gut: „Und in organisatorischen Dingen wie Terminplanung oder Auftragskontrolle habe ich kompetente Unterstützung durch die Laborkoordinatorin, quasi meine rechte Hand.“ Aufstiegsmöglichkeiten gibt es immer noch, beispielsweise zur Supervisorin oder Regionalleiterin. 

 

Chancen und Persönlichkeit

Ihr Engagement lässt sich ohnehin nicht bremsen. Beispielsweise wurde sie gefragt, ob sie im Prüfungsausschuss der Meisterschule mitwirken wollte. Hier bringt sie sich schon im zweiten Jahr ehrenamtlich ein: „Eine coole Aufgabe, bei der ich viel lernen kann.“ Karriere entsteht eben doch nicht ganz nicht zufällig. Dazu braucht es Chancen und die Persönlichkeit, sie zu ergreifen.

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