

Mit Sebastian Heine (M.Sc.) zieht der Fachbereich Parodontologie ins zahnmedizinische Medical Board ein. Ein wichtiger Schritt, um einer der häufigsten chronischen Krankheiten angemessen zu begegnen.

Sebastian Heine, M. Sc.
Zahnarzt, Mitglied des Medical Board - Bereich Parodontologie
Seit vier Jahren ist Sebastian Heine bei AllDent, seinem ersten Arbeitgeber nach dem Studium. Ein sehr geschätzter Kollege zeigte ihm damals, dass Parodontologie mehr ist als nur „am Zahn zu kratzen“. Der entscheidende Impuls zur Spezialisierung kam dann von Senior Dr. Wolfgang Bolz. Seine chirurgische Fähigkeiten beeindruckten Heine nachhaltig und weckten den Wunsch an der Spezialisierung. Mit Dr. Bolz als Coach und Mentor ließen sich Kenntnisse und Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen. Berufsbegleitend startete Sebastian Heine den Masterstudiengang der DG Paro Parodontologie und Implantattherapie (M.Sc.). Selbstverständlich ist er Mitglied in der Fachgesellschaft.
Gesellschaftliche Aufgabe
Nicht nur für ihn ist klar: Parodontologie ist ein zentrales Fachgebiet der Zahnmedizin – diagnostisch anspruchsvoll, chirurgisch herausfordernd und gesellschaftlich enorm relevant. Denn Parodontitis ist eine chronische Krankheit, die über die Hälfte aller Menschen über 35 angeht, zudem mit negativen Wechselwirkungen zu Diabetes oder Herz- Kreislauf-Erkrankungen. Besonders stark vertreten ist sie in der Gruppe der 65- bis 75-Jährigen. Das kann man als Erbe mangelhafter Prävention in früheren Jahrzehnten sehen. Für Heine ist das ein Ansporn im Hier und Heute. Er ist überzeugt: „Mit regelmäßiger Prophylaxe könnte man die Erkrankung in fast allen Fällen verhindern.“
Einheitliches Konzept
Durch die Aufnahme ins zahnmedizinische Medical Board wertet AllDent den Fachbereich deutlich auf, nicht nur fachlich, sondern strukturell und organisatorisch. Ziel ist es, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, in Diagnostik und Therapie noch mehr zuzulegen. „Viele Kollegen machen das schon hervorragend. Es fehlt nur noch ein einheitliches Konzept“, sagt Heine. Im Fokus sieht er auch die steigende Zahl an Implantatpatienten. Denn bei einer Periimplantitis schreitet die Entzündung bis zu viermal schneller voran als bei einer klassischen Parodontitis: „Bei ersten entzündlichen Anzeichen sollten wir daher schnellstmöglich erfolgreich handeln können.“ Schließlich sollen Implantate langfristig stabil bleiben.
Strukturen für nachhaltige Behandlungen
Die neue PAR-Richtlinie ist ein guter Anfang für individuelle Therapien. Aber sie garantiert den Patienten nur eine Nachsorge von maximal zwei Jahren. „Man sollte berücksichtigen, dass eine chronische Krankheit nach zwei Jahren nicht verschwunden ist“, so Heine.
Natürlich kann man den Patienten nur Angebote machen. Ziel ist es, konstant gute Nachsorge anzubieten, bei der das Personal speziell auf das Erkrankungsbild ausgerichtet ist. Nach dem Vorbild der anderen Fachbereiche im Medical Board wird eine vierstufige interne Fortbildung zum Parodontologie-Experten nach bestimmten Kriterien eingeführt. Ein Paro-Curriculum in der AllDent Academy ist bereits angelaufen.

Fort- und Weiterbildung
Sebastian Heine ist überzeugt: „Wir geben den Kollegen damit gute Grundlagen an die Hand und überlassen es ihnen, sich zusätzlich nach Belieben weiterzubilden.“ Das kann durch einen Master-Studiengang geschehen, eine Qualifizierung als DG-Paro-Spezialist oder als Fachzahnarzt für Parodontologie (nur im Kammerbereich Westfalen-Lippe).
Auch das Team der Assistenzen soll nach seiner Vorstellung in den Paro-Plan eingebunden werden, unter anderem als Frühwarnsystem: „Spezialisierte ZMPs können rechtzeitig auf Krankheitsanzeichen reagieren. Zusätzlich wären dann individuell auf das Krankheitsbild angepasste Zahnreinigungen möglich.“
Exzellente Paro für alle
Parodontologie braucht interdisziplinäres Denken: „Bei der Behandlung ist der Parodontologe oft der Kapitän und gibt die Richtung vor: Welche Zähne sind erhaltenswert? Wie muss Zahnersatz beschaffen sein, damit der Patient langfristig damit leben kann?“ Gerade bei Implantaten oder komplexem Zahnersatz ist die Hygienefähigkeit entscheidend. In Nischen oder Engstellen, die der Patient nicht selbst reinigen kann, sammeln sich schnell Plaque oder Zahnstein. Das wiederum fördert Entzündungen.
Mit der Aufnahme der Parodontologie ins zahnmedizinische Medical Board bremst man unter anderem auch Kritiker am iMVZ-Modell aus: „Während des Studiums standen viele Kollegen dem sehr reserviert gegenüber. Heute sehen sie, wie hoch die zahnmedizinische Qualität bei AllDent ist.“ Sebastian Heine steht voll hinter dem Unternehmensauftrag „Zahnmedizin für alle“: „Es soll klar werden, dass hier Experten für richtig gute Paro arbeiten. Wenn wir diese Expertise noch in Strukturen umsetzen, werden wir unserer Mission gerecht.“